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Gretel
10:23
Elvira Frensch

Spott und Hass gegen ertrinkende Menschen
Und es sind nicht mehr nur die Fake-Profile mit AfD-Logo, die sich über den Tod eines jungen Mannes freuen. Es sind nicht mehr nur die Günters und Rüdigers mit Deutschlandflagge im Profil, die den Fall relativieren.

Es sind auch die Sabines und Stefans und Sandras. Echte Menschen mit Klarnamen. Menschen mit Familienfotos im Profil. Menschen, die meine Nachbarn sein könnten. Sie schämen sich nicht mehr für ihren Hass. Sie zeigen Gesicht. Aus voller Überzeugung.

Zur selben Zeit relativieren sie unter einem anderen Post die Morde der rechten Terrorzelle NSU. Der G20-Gipfel mit linken Krawallmachern sei schließlich auch schlimm gewesen. Und sie diskutieren darüber, ob man ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer überhaupt retten sollte. Man könnte ja schließlich nicht jeden aufnehmen.

Die Mitte spricht die Sprache der Faschisten
Sie tun dies, während ein deutscher Ministerpräsident von "Asyltourismus" spricht, und der italienische Innenminister Sinti und Roma zählen will. Sie tun dies, während der deutsche Innenminister 69 Abschiebungen an seinem 69. Geburtstag witzig findet.

Drei Jahre nach der Flüchtlingskrise ist die Unmenschlichkeit der Faschisten in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es braucht gar nicht mehr die AfD für den täglichen Rassismus, die Relativierung von Nazi-Verbrechen, den täglichen Whataboutismus und Trumpismus. Der deutsche Innenminister spricht jetzt ihre Sprache. Der deutsche Facebook-Nutzer tut es auch.

Nur, dass wir das noch mal festgehalten haben, bevor es endgültig zu spät ist: Wer sich über den Tod eines Menschen freut, ist ein Arschloch. Wer die NSU-Morde mit brennenden Autos beim G20-Gipfel vergleicht, als wäre ein VW Golf dasselbe wie eines dieser Opfer, der ist ein Arschloch. Wer ernsthaft darüber diskutiert, ob man ertrinkenden Menschen überhaupt helfen sollte, ja, auch der ist ein unfassbar riesiges Arschloch.

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Schweinderl